Freitag, 23. Februar 2018

Sepia-Pasta mit Miesmuscheln und einer Sahne-Sherry-Sauce


Muscheln essen Freund und ich besonders gerne, umso seltsamer, dass es dieses Winterhalbjahr bis diese Woche noch gar keine bei uns gegeben hatte. Das musste sich ändern, solange sie noch in Saison sind, unbedingt!


Also schnappte ich mir die ersten Muscheln, die ich in entsprechend guter Qualität in die Finger bekam: 2 kg Miesmuscheln von der deutschen Nordseeküste, lecker!



Die Miesmuschel hat ihren Namen übrigens nicht etwa aufgrund ihrer miesen Laune (über die wir ohnehin nur spekulieren können) oder aufgrund des gemeinen Umstands, dass man sich am Strand wunderbar die scharfkantigen Schalensplitter in den Fuß treten kann (was nun wirklich mies weh tut), weit gefehlt:

Die Vorsilbe 'Mies' stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet 'Moos', also ist die Miesmuschel eigentlich eine Moosmuschel. Diesen Beinamen erhielt sie deshalb, weil sie sich nicht, wie viele andere Muscheln, im Sand eingräbt, sondern sich mit ihren klebrigen Byssusfäden an allerlei Oberflächen anheftet (man kennt das Bild von Holzpfählen und Steinen, die bei Ebbe frei liegen und an denen mitunter Massen von Muscheln kleben). Und da sie dabei sehr gesellig ist, teilweise so gesellig, dass sie wie ein Moosteppich den Meeresboden oder Felsen bedeckt, erhielt sie den Namen Miesmuschel.

Nach dem Bad im Weißweinsud sieht der essbare Teil dann SO aus:


Das im Verhältnis zur Gesamtgröße recht kleine Innenleben ist auch der Grund, warum man pro Person 1kg Muscheln als Hauptmahlzeit einplant. Für dieses Gericht reicht allerdings die Hälfte, denn es gibt ja noch Pasta dazu, und Sahne. 

Falls du, wie oben im Bild zu sehen, blassere Muscheln unter den orangefarbenen entdeckst, keine Sorge, mit denen ist alles in Ordnung! Bei den Miesmuscheln unterscheiden sich Männchen und Weibchen nämlich durch die Färbung des Fleisches: Während die Weibchen mehr oder weniger kräftig orange gefärbt sind, kommen die Männchen deutlich blasser daher, dem Geschmack tut das jedoch keinen Abbruch.

Bei der Pasta habe ich heute mit der Sepia-Pasta ebenfalls voll auf Kontrast gesetzt:

Hier nicht ganz schwarz, da noch Mehlspuren auf den rohen Nudeln zu sehen sind.
Sie erhält ihre schwarze Farbe durch die Zugabe von wenigen Gramm Sepiatinte zum Pastateig. Diese Substanz, welche im Wesentlichen aus einem Melaninfarbstoff besteht, wird von lebenden Tintenfischen (Sepien) genutzt, um Fressfeinden zu entkommen: Der flüchtende Tintenfisch stößt eine Wolke dieses Farbstoffes aus, der Feind denkt, diese dunkle Fläche wäre die eigentliche Beute, und: Schnappt ins Leere.

In der Pasta erfüllt die Tinte diesen Zweck nun natürlich nicht mehr, sondern tut lediglich etwas für die Optik, aber das Auge isst ja auch mit, nicht wahr?


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Sepia-Pasta mit Miesmuscheln und einer Sahne-Sherry-Sauce

Zutaten für 2 hungrige Esser:

1Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2El Olivenöl
1kg Miesmuscheln
200ml Weißwein (ich nehme gerne Riesling)
2l Wasser
2Lorbeerblätter

Soße:
1Tl Olivenöl
1 Zwiebel
100ml Sherry
100ml Sahne
Salz/Pfeffer

200g Sepia-pasta (roh)


Zubereitung:
  1. Für die Muscheln eine Zwiebel und Knoblauch schälen und würfeln. Mit Öl in einer Pfanne kurz anbraten
  2. Muscheln gründlich mit warmen Wasser abspülen. Beschädigte und offene Muscheln (kurz ins Fleisch pieken, wenn die Muscheln sich nicht schließt, entsorgen, sie könnte Verdorben sein) aussortieren, zu den Zwiebeln geben.
  3. Mit Weißwein ablöschen. Wasser und Lorbeer hinzugeben und etwa 6 Minuten kochen lassen.
  4. Die Muscheln mit einem Schöpflöffel aus dem Sud in ein Sieb geben, kurz abkühlen lassen (den Fond benötigen wir später noch, also nicht weg schütten!) und Schalen und Muschelfleisch auseinander sortieren (die Schalen können nun weggeworfen werden).
  5. Für die Soße die zweite Zwiebel fein würfeln und in Olivenöl in einer Pfanne anbraten. Mit Sherry und 1-2 Schöpfkellen Muschelfond ablöschen. Sahne dazu geben und einköcheln lassen.
  6. Den übrigen Muschelfond aufkochen, Nudeln darin bissfest garen.
  7. Die reduzierte Soße kräftig mit Salz und Pfeffer würzen, die Muscheln in der Soße erwärmen.
  8. Nudeln abtropfe lassen und zur Soße dazugeben.
  9. Ein paar Mal schwenken und dann direkt servieren.
Tipp: Wer mag, der raspel noch  etwas Parmesan über die Nudeln

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Isst du Muscheln auch gerne, oder sind die eher nicht so dein Ding? 

Deine Wren

Kommentare:

  1. ach, Muscheln...früher mochte ich die TOTAL, seit der SS kann ich die nicht mehr essen, frag mich, warum...leider ekelt es mich. Das ist echt schade, aber #isso.

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  2. Das ist aber schade! Aber krass, wie hormonelle Änderungen den Geschmack beeinflussen können.

    Lg
    Wren

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