Mittwoch, 3. Januar 2018

"80 Päckchen Butter"- Wie ich mir dieses Jahr zu Weihnachten 20kg weniger schenkte

Ich Ende April 2017. Ich wog fast 86kg auf 1,62, hatte Rückenschmerzen und war unglücklich.

Im März 2017 kam mir zum ersten Mal ernsthaft der Gedanke, dass ich wirklich etwas ändern musste. Ich hatte im  Oktober des Vorjahres einen Bandscheibenvorfall erlitten, der mir vor allem zwei Dinge gebracht hatte: Angst vor Bewegung und Rückenschmerzen. Ich war träge, ängstlich, neigte zu Depressionen, kurz: Ich war todunglücklich. 
Mein Arzt legte mir nahe, Gewicht zu verlieren, um den Rückenschmerzen entgegenzuwirken, und zu trainieren um die Muskeln zu stärken. Vor letzterem fürchtete ich mich: Was wäre, wenn ich einen Rückfall bekommen, nocheinmal dieselben Schmerzen erleben würde? Undenkbar!



Und das Gewicht? Das kann ja nicht so schlimm sein, die 5kg...

Damit war das Thema jedoch nicht erledigt, denn die Schmerzen blieben, meine Laune wurde schlechter, was auch mein Umfeld zu spüren bekam.
Wieder war da dieser Gedanke, wieder die Angst vor Sport. Aber eines tat ich an diesem Tag Ende April: Ich stellte mich auf die Waage.

Das Ergebnis: knapp 86kg auf 1,62m. Das bedeutete etwas über 20kg über der oberen Normalgewichtsgrenze für meine Größe. Ich war geschockt, und musste mir eingestehen, das 20kg zu viel auf den Rippen durchaus eine Belastung für meinen Rücken waren. Woher die kamen, war klar: Immer wenn ich besorgt war, Angst hatte, oder mir langweilig wurde, habe ich gesnackt, und das summierte sich halt irgendwann.

Es musste also was passieren. Und so nahm ich mir vor, mir dieses Weihnachten ein ganz besonderes Geschenk zu machen: Ich wollte leichter und somit schmerzfreier und glücklicher werden. Nur wie? 


Tipp1:"Es gibt nicht DEN Weg"

Vorweg sei gesagt: Es gibt keine Patentlösung. Wie man am besten abnimmt, hat viel mit den persönlichen Ernährungsgewohnheiten zu tun, den Vorlieben und auch mit dem psychischen Anhang den man so rumträgt. Sicher ist: Abnehmen ist Arbeit. Manchmal ist es leicht, so leicht, dass das Herz fast platzt, aber oft ist Abnehmen anstrengend und gefühlt auf derselben Ebene wie Steuererklärungen machen, Klo putzen, oder besonders "geliebte" Verwandte zu besuchen.
Abnehmen bedeutet eigentlich immer, Gewohnheiten zu ändern. Das ist, in weiten Strecken, anstrengend bis zum kotzen. Aber es kann sich lohnen! Wenn du dran bleibst!

Tipp2:"Wissen ist Macht"
Ganz wichtig auch, mach deine Hausaufgaben: Informiere dich über verschiedene Ernährungsformen, darüber wie der Körper funktioniert, was er braucht: lies, lies, lies. Mach nicht etwas, nur weil mit dieser Methode Person X in Y Monaten Z Kilo abgenommen hat, das hat nichts mit dir zu tun. Du musst deinen Weg finden, mit dem du glücklich bist, sei es Kalorienzählen, low Carb oder was weiß ich. Wenn du einfach nur etwas kopierst, ohne auf deine Bedürfnisse und deinen Lebensablauf zu achten, wirst du scheitern und auch nicht glücklicher. Sei gut zu dir! Nehm eine Methode, die dir liegt, und die dir auch Freude macht.

"Einfach weniger essen und mehr bewegen"?

Dazu muss gesagt werden, dass ich kein Neuling im Abnehmgeschäft bin, ich habe viel probiert: WW, Schlank im Schlaf, Low Carb, High Carb, Fasten in verschiedenen Variationen, Vegan essen, vegetarisch essen, und so weiter.

Das war alles nicht so meins. Viele Programme sind mir zu restriktiv oder zu einseitig, für manche bin ich einfach nicht konsequent oder diszipliniert genug.

Auch die oben genannte, gern zitierte Formel ist leichter gesagt als umgesetzt. Ein gutes Beispiel für mich ist LCHF (Low Carb High Fat):

Ich liebe diese Ernährungsweise, ich liebe die Nahrungszusammenstellung, den Geschmack, die frischen Zutaten, einfach alles. Und ich aß in meiner strikten Phase im Verhältnis wirklich sehr viel weniger als früher, allerdings nur vom Volumen her, nicht, bedenkt man die Kalorien. Denn, dass das "kleine Stückchen Käse" mal eben 120kcal hat, oder das halbe Würstchen 200kcal, das bedachte ich nicht. Und so nahm ich mit LCHF munter zu, obwohl ich das Gefühl hatte, echt wenig zu essen.

 Dass ich ein Volumenesser bin, das heißt, dass mein Gehirn nur zufrieden ist, wenn da eine ordentliche Portion Essen auf dem Teller vor ihm liegt, hatte ich bald raus. Striktes Low Carb fiel darum für mich raus, da es für mich zu kaloriendicht auf wenig Volumen ist. Was ich mitnahm, war der Fokus auf frische Zutaten und ordentlich Eiweiß, denn Eiweiß wird gebraucht für meine Muskeln und macht mich satt und glücklich.
Was ich jetzt mehr im Auge hatte, waren meine Kalorien. Ich rechnete mir mit dem besten Rechner, den ich finden konnte (TDEE-Rechner) meinen Gesamtbedarf aus, und blieb mit einem Defizit drunter. (FDDB oder Myfitnesspal sind da gute Apps)

Sportlich fing ich mit Spaziergängen an, legte mir einen Schrittzähler zu, und setzte mir Ziele: 5000 tägliche Schritte, dann 10.000, dann 15.000.

Zusätzlich begann ich mit Nordic Walking. Dank des sehr geduldigen Trainers N. und der Bewegung an sich, begann ich, wieder Vetrauen zu meinem Körper zu entwickeln.

Und schon einen Monat später waren erste Ergebnisse zu sehen:

Am 20. Mai, knapp unter 80kg

Tipp3:"Such dir Freunde"- Aber echte, nicht die versteckt neidischen.

Motiviert durch den raschen Erfolg machte ich weiter, und mit der Unterstützung  vieler Menschen ging es noch viel besser. Das mag auch eine Charakterfrage sein, aber mir hat der Austausch im Ohne Unsinn Abnehmen-Forum, mit der weltbesten Whatsapp-Gruppe und Partners in Crime, wie der lieben Freundin K. (wink!), Black dragon, Madame Graphisme oder Annika viel gebracht, und tut es noch heute (ihr zuckersüßen Lieblingsmenschlein <3).

 Wenn du also der Typ dafür bist, vernetze dich!
Falls zu viele Menschen dich stressen, kein Problem: Du nimmst nicht automatisch mehr ab, wenn du in einer Gruppe bist.

Das Gewicht sank weiter und irgendwann beschloss ich, mich, trotz großer Angst, im Fitti anzumelden, denn ich wollte Muskeln, um den Rücken zu stärken.
Ich danke hier nochmal Annika , die meine flatternden Nerven beruhigte, als ich befürchtete, im Fitti  zu sterben und direkt wieder nen Bandscheibending zu bekommen, sowie Black Dragon, die sich mein ängstliches Gejammer zu Beginn angehört hat.

 Wider Erwarten überlebte ich.
2 Mal die Woche ging ich nun hin in das Studio, machte Krafttraining und ein wenig Ausdauer.
Manche mögen sagen, dass das zu wenig sei, aber viel hilft nicht immer viel.

Tipp4: "Eins nach dem anderen"
 Du wirst nicht in einer Woche 10kg verlieren. Also bringt es auch nichts, wenn du plötzlich anfängst, von null auf 5 Sporttage die Woche und 2500kcal auf 500kcal pro Tag zu  springen. Das kann doch keiner durchhalten, alle Motivation in Ehren! Mache lieber kleine, aber kontinuierliche Schritte. Arbeite mit deinem Körper, nicht gegen ihn, du hast nur diesen einen.

 Ich blieb dran, auch wenn ich mal zu viel aß oder Sport einmal ausfiel. Jeder Tag war eine neue Chance, ein weiterer Schritt auf meine Reise. Im September schließlich hatte ich 18 kg weniger, erste Minimuskeln und meine Rückenschmerzen waren  fast weg.

von links nach rechts


Die Kalte Jahreszeit brachte einen Stillstand bei mir gewichtstechnisch, was aber ok war. Ich gab meinen Körper Zeit, sich auf das neue  Gewicht einzustellen und pflegte mich und meine Beziehung mit meinem frisch  Verlobten. 3 kg gingen bis Dezember noch runter, und ich war somit, zum ersten Mal, mit 65kg auf 1,62m, im Normalgewicht, schmerzfrei und glücklich.



Die Reise endet jedoch nich an dieser Stelle. Frisch und motiviert geht es an die letzten 10kg in diesem Jahr, denn ich will es jetzt wissen.

Was auch bleibt, ist diese Kategorie. Stelle gerne alle Fragen, die du zu meiner Abnehmreise hast (in den Kommentaren, oder auch per Mail, wenn du magst), ich beantworte sie gerne in folgenden Beiträgen.

Ansonsten wirst du hier kalorienfreundliche Rezepte, Tipps und natürlich Updates zur aktuellen Situation finden.

Danke an Leserin Tina für die Idee zu dieser Reihe.


Mach es dir schön!

Wren











Kommentare:

  1. Meinen ganzen Respekt für die Leistung.

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    1. Vielen Dank, Herr Mim! Die Reise geht weiter!

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  2. Super gemacht und toller Beitrag! <3

    Jetzt noch den Rest angehen, den schaffst du auch!

    Liebste Grüße,
    Marsha

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    1. Liebe Marsha,
      ich danke dir von Herzen!
      Packen wir es an!

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  3. Wow. Echt super! Danke für die guten Tipps. Und viel Erfolg weiterhin! :-)

    LG, Tina

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  4. Frohes Neues und weiterhin viel Erfolg! :D

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