Montag, 25. Dezember 2017

Ein etwas wirrer Adventscoundown: Mit den übrigen Löffeln, Gewürzempfehlungen und einem The-Taste-Adventskalender-Review


Die Türchen 18+19+20-Fusion: Kartoffelsouffle mit Wolfsbarsch.
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10,9,8,7,6,5, vierdreizweieins.

So etwa fühlte sich die Adventszeit für mich an. Gut, sie war auch kurz dieses Jahr. Vor allem, da ich mir, euphorisiert von meinem Weiterkommen beim The Taste Casting, und dem unglaublichen Engagement meiner Leser, mir einen entsprechenden Trainingskalender zu basteln, vornahm, den Kalender zu verbloggen.


Irgendwann, mitten Im Kalender, schrieb mir eine Leserin und fragte mich, wie ich das überhaupt schaffen würde neben dem ganzen "normalen Leben".

Im Gemüseschnippeln bin ich definitiv besser geworden:D

Ich muss sagen: Erstaunlich gut, in den ersten zwei Wochen, danach wurde es chaotisch. Ich kaufte am Wochenende ein und kochte halt unter der Woche frisch aus der Gemüsebox und dem erworbenen Fleisch vom Markt.  

Gott was habe ich viel gelernt in dieser Źeit! Verschiedene Gemüseschnitte, Teige, Fonds (vor ALLEM Fonds), filetieren, zerlegen, anschwitzen, gelieren. Es war eine Reise, inspirierend, aufregend und spannend!

Aber eben auch ein wenig verrückt, da ich (noch) nicht hauptberuflich blogge, sondern alles so in meiner Freizeit mache. Die wurde halt ab Woche drei zunehmend knapper und das irre Element der ganzen Aktion kam mehr und mehr zum Tragen.

Beginnen wir mit der Fusion von Löffel 18 und 19:


Am 18. Dezember sollte der Löffel besonders farbenfroh sein.

FREUND und ich feierten am 18. jedoch unseren 5. Jahrestag, er lud mich zum Essen ein, und so beschloss ich , den Löffel mit dem 19. zu Kombinieren: "Backe etwas"

Kreativ wie ich bin, improvisierte ich am 19. ein Kartoffelsouffle mit roter Bete und blauen Kartoffeln, sowie Kirschchutney und stellte fest, dass Souffle echt einfach herzustellen ist. Der Trick ist im Wesentlichen, richtig steifes Eiweiß vernünftig unter die Masse zu heben. Ich war begeistert, schaffte jedoch grad noch das Instagramupdate, denn es war schon nach 23 Uhr, Unitexten, Vorprüfungen und Aufträgen sei Dank.

Es folgte Türchen 20:




Was ich echt sagen muss, ich habe in der Zeit des The-Taste-Trainingskalenders quasi jeden Tag eine für mich neue Zutat kennengelernt und täglich frisch gekocht, das war super, immer. Am 20. zum Beispiel, ein Mittwoch, war bei uns in Lich wieder Markt, mit dem lokalen Fischhändler. Da sah ich halt zum ersten Mal nen ganzen Wolfsbarsch. Es mag an dem Namensteil "Wolf" liegen, aber ich habe mir die Viecher irgendwie immer größer vorgestellt, dabei sind diese Fische nicht größer als so ne Dorade. Im Rahmen des The-Taste-Trainingskalender habe ich einfach mal zwei mitgenommen. Denn da das Thema war: Bereite etwas zu, das besser schmeckt, als es aussieht" fand ich das passend.

Denn: Ich kenne eine menge Leute, die problemlos Filet essen, aber die sich, wenn irgendetwas an ihrem Stück Fleisch noch  an das Tier erinnert  von dem es stammt, angewidert schütteln.

Ich finde diese Entfremdung vom Leben (und auch dem Tod) bedenklich, denn Fleisch wächst nunmal nicht auf Bäumen, sondern stammt von Tieren, die mal gelebt haben, rumgelaufen sind und schließlich starben, damit wir sie essen können. Ironischerweise wird darum richtig frisches, lokales Fleisch oft gemieden, da es auf Märkten halt so nah am Leben angeboten wird wie möglich: Hier hängen ganze Hühner, liegen frische Fische auf Eis, und der Schweinskopf schaut dich aus der Metzgervitrine an. 

Aber NEIN, das ist ja EKLIG!

Also wird das abgepackte Fleisch im Supermarkt gekauft, welches schön sauber und appetitlich geschnitten ist, von dem jedoch keiner weiß, wie alt es ist und woher es stammt.

Grad beim Fisch ist das ein Ding: Frischen Fisch erkenne ich an den roten Kiemen und den klaren Augen, wie will ich das denn sehen, wenn der keinen Kopf mehr hat?

Liebe Leute: Mit dieser Befremdung vor dem Lebensmittel Tier tut ihr selbigen nichts Gutes, denn das Kaufen von fertigen Fleischstücken im Laden mag euch zwar weniger an das ehemals lebendige Tier erinnern (und vielleicht auch an eure eigene Sterblichkeit?), jedoch ist es nicht unwahrscheinlich, dass hier Tiere gelitten haben, in kommerziellen Mastbetrieben und nicht optimal gehalten wurden. Zudem ist nicht sicher, wie gut die Qualität tatsächlich ist.

Ihr wollt den Tieren und euch was Gutes tun? Dafür ist es nichtmal notwendig, radikal auf Fleisch zu verzichten!

Geht auf denMarkt, kommt mit den Verkäufern dort in Kontakt, hört, woher das Fleisch kommt und lernt, wieder gute, frische Produkte selbst zu verarbeiten. Denn das ist nicht nur gut für die lokalen Händler, die Tiere und für eure Gesundheit, sondern auch für den Geldbeutel. 

 Denn Fleisch, welches weniger Verarbeitungsschritte durchlaufen hat, und über weniger Zwischenhändler lief, ist günstiger und von besserer Qualität als alles was ihr im Laden bekommt.

Ihr merkt also, der Löffel war etwas gesellschaftskritisch.
Was bleibt noch?

Die Erkenntnis, dass Wolfsbarsch im Ganzen ein toller Fisch mit wenig Gräten ist. Einfach einschneiden, mit Knofi und Zitrone und Olivenöl spicken, 25 Minuten bei 150°C in den Ofen und genießen. EIN. TRAUM.

Und: Entschuppen immer in der Spüle. Sonst findest du das "Naturkonfetti" noch Tage später. Im Haar, unter dem Tisch, an Schränken...



Türchen 21 sollte skandinavisch sein, wegen Yule, dem "paganen Weihnachten", welches besonders im nordischen Raum gefeiert wird. Als echtes "Ikea-Kind" fielen mir sofort zwei Gerichte ein: Lachs in Honig-Senf-Soße und, ihr ahnt es schon: Köttbullar!

Da ich das aber zu banal fand, gab es statt Kartoffelstamp, leckere Bratkartoffeln aus hellen und blauen Bamberger Hörnchen, statt Hackbällchen Lammbratwurst. Was blieb, waren die Wildpreiselbeeren. Dazu ein leckerer Glögg. Ja wohl skandinavisch genug, oder? So richtig weihnachtlich wurden die Preiselbeeren mit dem tollen Winterzucker aus dem Gewürzkalender.

Türchen 22 und 23 legte ich dann wieder zusammen, denn Weihnachten nahte und ich kam kaum hinterher mit Pakete packen, Baum kaufen und was sonst noch alles anstand.

Praktischweise hatte ich zwei Perlhühner vom Markt erstanden, die echt winzig waren (lemon for scale):


Aber zart wie nix, das sage ich euch!


Zusammen auf Wintergemüse gebettet, wurde das Geflügelpärchen mit etwas Rosmarin im Ofen geschmort.

Trotz der ähnlichen Grundzutaten kamen zwei geschmacklich ziemlich unterschiedliche Löffel bei rum:


Löffel 22 sollte mit Glühwein gekocht werden. Also gab es für Hähnchen eins eine  Glühweinmarinade und eine Reduktion mit Orangenfilets. Dazu Ofengemüse.


Löffel 23 sollte orientalisch angehaucht sein. Hier wurde das Huhn mit Chili-Honig-Ras el Hanout-Marinade gewürzt, mit einer Soße aus Granatapfelkernen und Gin serviert, und von einem Joghurt mit Zitronenzesten und Knoblauch abgerundet. Dazu auch hier, das Ofengemüse mit seinen tollen Röstaromen.


Im Türchen 24 war schließlich ein BBQ-RUB enthalten. Mit dem habe ich unsere 8-Stunden bei 95°C- Weihnachtsgans vor dem Aufknuspern eingerieben, was beim Essen zu Kommentaren wie:

"Warum gibt es keine Gans, die komplett aus Haut besteht?"

führte.

Ein Bild gibt es leider nicht, die Gans war einfach zu schnell zerlegt und verzehrt. Aber das spricht doch auch für sich, oder?

Mein Fazit zum Kalender: Gerne wieder, ich bin kochtechnisch um bestimmt 300% besser geworden, danke nochmals an die Ersteller! Aber das nächste Mal vielleicht mit 1-3 Partnerbloggern. Allein ist das schon etwas hart.

Ich wünsche euch besinnliche Feiertage!

Eure Wren


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