Montag, 6. November 2017

Future TASTers Training: Gefüllte Auberginenröllchen mit glasierter Entenkeule (Und die Antwort auf die Frage, was uns wirklich glücklich macht)



Letzte Woche kamen die ersehnten original "The Taste"-Löffel von Fissler an. Garnicht so einfach, die in die Finger zu bekommen, aber nun habe ich derer vier und kann endlich mal an den richtigen Proportionen trainieren.

 

Viel habe ich mir angeeignet in den letzten Tagen: Fonds zu Kochen, in dunkel, hell, trüb oder klar. Ich habe zum ersten Mal Nudeln gemacht, direkt gefüllte Ravioli, und das Ergebnis war genial!
Ich lerne viel über Temperaturen und Konsistenzen, und ich kann endlich dünne Scheibchen schneiden, denn: ich besitze ein scharfes Messer.

Wer meine Beiträge aufmerksam liest, wird feststellen, dass das letzte Woche noch nicht der Fall war.
Aber manchmal geschehen Dinge, Dinge, für die ich eigentlich überhaupt schreibe, diesen Blog und Texte generell. Und Nein, damit meine ich nicht materielle Werte, sondern das Zwischenmenschliche, echte Kollegialität und gegenseitige Wertschätzung:


Es begann eigentlich damit, dass ich vor einiger Zeit dem Entwickler (Link auf den echt guten Blog)  der Produkte von, d. die Pfanne (Link auf besagtes Messer) 
anschrieb, weil ich gerne besagtes Messer testen wollte. Dass es schwierig ist, Messer zu testen (es sind quasi sofort feine Gebrauchsspuren auf der Klinge zu finden) war mir bis dato nicht klar. Klar war allerdings die Meinung des Entwicklers zu meiner Anfrage und ich kassierte eine Absage. Das ist nun nicht ungewöhnlich: Viele Firmen besitzen einen eigenen Blog, haben bereits Stammblogger, oder keine Lust oder Kapazitäten für Kooperationen. Alles fein.

Interessant an der Sache war aber, dass wir völlig komplett verschiedene Ansichten zur Reichweite von Bloggern und Co. an sich hatten was sich in Form einer Mail an mich manifestierte, die ich nicht unkommentiert lassen konnte, nicht etwa, weil sie unhöflich gewesen wäre oder dergleichen, ich hatte einfach andere Ansichten.

Es folgte eine kurze Diskussion, wo jeder seine Seite anschaulich darlegte, die Fronten geklärt wurden und man sich gegenseitig ein wenig auf den Sack ging.

Am Ende konnte ich diesen Menschen nicht wirklich leiden. Ich wusste aber, dass das an der Tatsache lag, dass mir jemand in meiner Überzeugung widersprochen hatte, und da fühle ich mich zunächst immer etwas angekratzt.

Allerdings war ich auch neugierig, denn Menschen mit einer begründeten Meinung ohne Scheu diese anzubringen, gibt es nicht mehr so viele in der heutigen Zeit.
 Zudem: Der Typ kochte auf seinem Blog, und ich wollte nun wissen, wie gut.

Ohne diese Diskussion hätte ich also nicht im Folgenden den Instagramkanal von Thomas abonniert und auch niemals wirklich gesehen, was für ne geile Küche der macht.
So verging ein wenig Zeit, ich fand den Kochstil zunehmend cool, das angekratzte Ego war längst vergessen, das Messer auch und man kommentierte halt auf Instagram in den Posts hin und her.

Irgendwann postete ich  ein Bild der von mir sehr geliebten Kartoffelsorte "Bamberger Hörnchen", die ich auf dem Markt erstanden hatte. Thomas schrieb darunter, dass er 130km fahren müsste, um daran zu kommen, worauf ich anbot, einfach welche zu schicken, was ja mit Tüften gut geht und nicht teuer ist. Ich bin halt der Meinung, dass man sich unter Köchen, ob jetzt Profi-, oder Hobbykoch, unterstützen sollte, habe sowas auch schon öfter gemacht, kein großes Ding.

Erstmal kam keine Antwort, was mich nun nicht verwunderte, die meisten Leute riechen ja eine Falle in irgendeiner Form, wenn man sowas anbietet. Für mich war das ok, jeder so wie er mag.




Was dann kam, nun, damit hatte ich nicht gerechnet. 
Ich bekam eine Paketbenachrichtung von d.die Pfanne.
Bestellt hatte ich nichts.
Kurz und knapp.


Es war das besagte Messer.

Gebunden war diese Hilfe für die Vorbereitung auf "The Taste", wie in dem beigelegten sehr netten Brief geschrieben stand, an Bamberger Hörnchen vom Markt sowie einen Schwarzkohl als Tauschgabe von meiner Seite.

Ehrensache, dass ich da gleich Samstag lostigerte, alles einsammelte und direkt versendete. Grad ist das Paket wohlbehalten angekommen, wie ich erfuhr. Danke an dieser Stelle nochmal, lieber Thomas. Ich bin super gespannt, was du aus den Hörnchen zauberst:).

Und genau das, Lieber Leser, sind halt so Sachen, die mich berühren und mich für Wochen und mehr fröhlich und glücklich stimmen. Das Messer ist ein Traum, klar. Aber viel GENIALER ist doch die Menschlichkeit die in solchen Aktionen liegt, Respekt und Wertschätzung, ohne im Gegenzug irgendwie etwas zu erwarten, sondern einfach mal nett sein.

 Und das ist es doch, worum es geht: Am Ende ist es nicht das Geld, das uns glücklich macht, nicht der dritte Kleinwagen oder der Swimmingpool.  Es macht uns nicht dauerhaft glücklich, reich oder berühmt zu sein.

 

Klickt doch mal auf den Blog von  The Masked Chef  und schaut euch  an, was iron eggs sind, oder wie man einem Apfelstrudel mit Datteln aufwerten kann. 

Und, natürlich, hier noch das Rezept zum Löffel:





 Gefüllte Auberginenröllchen mit glasierter Entenkeule

 Zutaten (für 2 Personen)

Eine Entenkeule
2 Auberginen
3 Zehen schwarzer Knoblauch

2 Knoblauchzehen in Scheiben
3 Zweige Thymian
1 El Tomatenflocken
100g Ricotta
2EL Olivenöl
Butter 

Salz, Pfeffer

Teriyakisauce (ich hab die immer auf Vorrat, aber mit 1El Mirin, 1EL Zucker, 1EL Sojasauce und 1TL Sake, lässt sie sich superleicht selber herstellen. Einfach  kurz aufkochen lassen und das Fleisch damit bestreichen)


Zubereitung:
  1.  Die Entenkeule mit schwarzem Knoblauch spicken und in einer Pfanne mit etwas Butter scharf anbraten. Den Backofen auf 170° Umluft, vorheizen.
  2. Keule in eine feuerfeste Form legen und 45 Minuten im Ofen auf der Hautseite garen.
  3. Eine Aubergine halbieren, die Hälften einschneiden, mit Knoblauchscheiben und Thymian spicken und mit Olivenöl bestreichen. In Alufolie zu Päckchen packen und zu der Ente eine halbe Stunde in den Ofen stellen.
  4. Die zweite Aubergine längs in feine Scheiben schneiden und die Scheiben mit Zitronensaft bestreichen, das fügt Säure hinzu und verhindert ein unschönes Braunwerden.
  5. Die Ente und die Auberginenpäckchen aus dem Ofen nehmen. Die Auberginenscheiben in etwas Butter in einr Pfanne von beiden Seiten 2 Minuten anbraten, abkühlen lassen.
  6.  Die Ofenauberginen Auslöffeln und das Innenleben mit dem Ricotta und den getrockneten Tomaten durch die Küchenmaschine zu einer Paste verarbeiten. Mit Salz und Pfeffer würzen.
  7. Auf die Hälfte jeder Auberginenscheibe eine Tl der Füllung geben, umklappen so dass ein Päckchen entsteht, anrichten.
  8. Die Teriyakisauce erwärmen, die Entenkeule in Stücke schneiden und mit der Sauce bestreichen.
Guten Appetit!



Eure Wren







Kommentare:

  1. Moah! Die Aubergine hört sich ja phänomenal an!!! Das probier ich die Tage auf jeden Fall mal aus. Die krieg ich sicherlich als Beilage zu irgendwas unter!
    Danke dafür! <3

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    1. War auch saulecker. Ich kann mir vorstellen, dass die Päckchen auch überbacken richtig gut kommen:) Berichte mal was und wie du gemacht hast:)

      Knutscha, Wren

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  2. ja, so isses manchmal, das Netz, es hat helle, menschliche und manchmal fast magische Seiten. ;)

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    1. Ach, line Frau Gräde, ich hatte wirklich Pippi in den Augen. Wirklich. Ich finde das grad in unserer heutige Zeit, wo man oft mit den dunkleren Seiten des Netzes konfrontiert wird, so wichtig, zu sagen, dass es halt auch SO geht. Und ich bin da wirklich gesegnet, mit tollen Menschen um mich herum, sei es der weltbeste FREUND, meine Familie, meine Freunde, die weltbesten Leser, meine Lieblingswhatsapp-Gruppe, Kooperationspartner, oder halt tolle Menschen mit Herz die ich garnicht so lange kennen. So viel Liebe, so viel sich interessieren, und sich kümmern. Hach <3
      Wren

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  3. Liebe Wren,
    herzlichen Dank für diesen lieben write-up der Geschichte Deines neuen Messers und der Erwähnung meines Blog - bin ganz baff! Und natürlich herzlichen Dank für die Gegenleistung, Du hast keine Mühe gescheut, die Hörnchen und den Cavolo Nero wohlbehalten bei mir ankommen zu lassen! Ich verspreche jetzt schon, dass ich daraus mehr als ein leckeres Rezept basteln werde...geht in den nächsten 30 Minuten 'in Arbeit'. Ich will auch noch einen Hintergrund verraten: Die Absage für einen Produkttest ist bei uns mittlerweile Standard - aus Gründen, die ich Dir bereits erklärt habe. Auch fand ich das Erscheinungsbild Deines Blogs wenig ansprechend und Deinen Fotos und Kochkünsten nicht besonders gerecht werdend - auf Instagram ist das ganz anders, denn da 'sprechen' in erster Linie die Fotos (und das, was fotografiert wird) und das gefiel mir schon wesentlich besser ;) Und als dann Dein Angebot kam, so mir nichts Dir nichts die für mich schwer zu beschaffenden Bamberger Hörnchen zu schicken, und ich las, dass Du für The Taste übst, hatte ich sofort die Idee, Dir das Messer zu schicken - als kleine Hilfe beim Training ;) Ich wünsche Dir viel Glück bei der Bewerbung und drücke die Daumen, dass es klappt!
    Liebe & kulinarische Grüße
    Tommy

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    1. Lieber Tommy,
      Sehr gerne, danke nochmal für die Erläuterung und viel Spaß mit den 5 Metern Luftpolsterfolie :D. Mir ging das mit deinem Blog übrigens ähnlich, ich fand die Bilder zu dunkel, und den Gesamteindruck des Blogs ebenfalls, was wohl den unterschiedlichen Zielgruppe geschuldet ist:).Also Designtechnisch sind wir so ziemlich an den entgegengesetzten Enden des Spektrums angesiedelt, würde ich sagen. Aber letzten Endes kommt es ja auf das Essen an, und ich denke da ticken wir recht ähnlich was die Verrückheit angeht, und das ist doch das was zählt. Danke auf jeden Fall für das Lob und das ehrliche Feedback, das fetzt total und bringt mich weiter:). Und jetzt: An die Töpfe, an die Pfannen!

      Herzliche Grüße,
      Wren

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