Donnerstag, 22. Februar 2018

Pikante Pasta mit frischen Sardinen, einer Chili-Tomatensauce und geriebenem Pecorino


"Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Sardinen und Sardellen?", fragt FREUND mich zwischen zwei Bissen dieser wunderbar leichten, aber aromatischen Pasta. Ich zucke mit den Schultern, denn ich habe keine Ahnung: "Ganz klar: Der eine Fisch endet auf 'ine', der andere auf 'elle'". Nachdem wir uns ausreichend (wohl auch aufgrund des begleitenden, sehr guten Riesling) kaputtgelacht und unsere Teller geleert haben, hole ich das Lexikon hervor, denn nun will ich es doch wissen.




Ganz falsch lag ich nun nicht mit meiner Vermutung, denn beide Fische gehören zu den Heringsartigen, was sich an den Vorsilben 'Sarda' (lat. für 'Hering') erkennen lässt. Soweit zu den Gemeinsamkeiten

Sardinen werden mit etwa 26-28cm jedoch deutlich größer als ihre Verwandten, denn Sardellen erreichen maximal 20cm und sind auch insgesamt schmaler.
Bei den beliebten, süßsauren Anchovis handelt es sich im Übrigen um Sardellen, welche auch gerne im Ganzen gebraten werden, da sie sehr feine Gräten haben.

Sardinen kennen die Meisten hierzulande klassisch eingelegt aus der Dose, aber frisch schmecken sie noch besser, und so war ich froh, beim Fischhändler einige Tiere in der Theke liegen zu sehen. Ich erwarb für günstige 2,70Euro vier der hübschen Fischchen für mein Mittagessen.

Frische Sardinen

Ob die Sardinen, die da in der Theke liegen auch wirklich frisch sind, erkennt man, wie beim Frischfisch generell, an den klaren Augen und den roten Kiemen. Bei Sardinen sollte man zudem danach schauen, ob der Bauch nicht offen ist, dann sind sie schon etwas älter. Ganz frische Sardinen riechen zudem kaum fischig. Das betone ich deshalb so, weil Sardinen innerhalb kürzester Zeit, auch im Kühlschrank, einen beachtlichen Eigengeruch entwickeln. 

Eine Bekannte erzählte mir einmal, dass sie Sardinen nicht am Tag des Kaufes verzehren wollte und sie deshalb fachgerecht bei 2 °C im Kühlschrank bis zum nächsten Abend lagerte. Diese Bekannte besitzt nun zwei Katzen, und als sie Abends nach Hause kam, saßen diese bereits erwartungsfroh vor dem Kühlschrank, so sehr dufteten die kleinen Fische durch die geschlossene Kühlschranktür hindurch.

Man mag diese Geschichte glauben oder nicht, Fakt ist: Es ist am Besten, frische Sardinen am Tage des Einkaufs zu verzehren, denn sie verderben schnell, auch, weil sie in aller Regel noch nicht ausgenommen sind.



Für die Pasta habe ich meine Sardinen filetiert und aus den Resten einen wunderbaren Fond gekocht, um der Soße später ein wenig 'Bums' zu geben.

Frische Kräuter, Tomaten, Knoblauch, Zitronensaft und Chili wandern außerdem in diese Soße, welche ganz ohne Sahne und co. auskommt, so lecker ist die. 


Für das Rezept würde ich empfehlen, im Vorfeld den Fond aus den Sardinenresten vorzubereiten. In diesem kann nämlich gleich die Pasta gegart und zudem etwas in die Soße gegeben werden. Wer schon fertige Filets holt, der kann natürlich auch einen vorgefertigten Fischfond nehmen. Frisch schmeckt es aber natürlich am Besten.




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Pikante Pasta mit frischen Sardinen, einer Chili-Tomatensauce und Pecorino
 Für 2 hungrige Personen:

Filets von 8 frischen Sardinen
1l Fischfond, selber angesetzt, oder gekauft.

200g (Trockengewicht) Spaghetti 

Soße:

1 Zweig frischer Thymian, gehackt
1Zweig frischer Rosmarin, gehackt.
 10 kleine Tomaten, gehackt
Saft von einer Zitrone
1 Stück Thaichili,gehackt
100ml Sherry
1 große Zwiebel, geschält, fein gewürfelt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt

2tl Olivenöl

4 El geriebener Pecorino

Salz/Pfeffer


Zubereitung:
  1. Den Fond zum Kochen bringen.
  2. In einer kleinen Pfanne die Sardinenfilets in der Hälfte des Olivenöl knusprig braten, zur Seite stellen.
  3. In einer großen Pfanne Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl anbraten. Mit Sherry, etwa 100ml Fond und Zitronensaft ablöschen.
  4. Chili,Kräuter und Tomaten hinzufügen. auf mittlerer Hitze einköcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  5. Die Nudeln im Fond bissfest garen.
  6. Sardinen und Nudeln zu der Soße geben, Ein paar Mal schwenken, servieren.
  7.  Pecorino nach Belieben über die Pasta geben

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Mach es dir schön!

Deine Wren




Kommentare:

  1. Die Idee mit Sardinen gefällt mir außerordentlich gut, Frau Wren.

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    1. Das freut mich natürlich sehr, Herr Mim. Da ich ja neulich gelernt habe, richtig zu Filetieren, traue ich mich jetzt an alle möglichen Fische ran. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich Sardinen bisher nur aus der Dose kannte, was habe ich verpasst!

      Wren

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    2. Sardinen sind im Sommer, frisch vom Grill, mit etwas Zitrone ein wirkliches Highlight. So habe ich sie in Portugal kennengelernt.

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    3. Das werde ich im Sommer garantiert probieren!

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