Montag, 22. Mai 2017

Von Genuss, Eisen und dem Krabbenkorb

Niedliche Elfchen direkt vor unserer Haustür. Niedlich.
 Am Wochenende kamen FREUND und ich in den Genuss eines Mittelaltermarktes DIREKT vor unserer Haustür. Wir traten also, natürlich als waschechte Larper in Gewandung, auf die Straße und waren direkt mittendrin im Getümmel. Das Wetter, noch etwas kühl zunächst, besserte sich beständig und zeigte sich am Sonntag schließlich in voller Pracht und langersehnter Wärme ohne kreislaufzerstörende Luftfeuchtigkeit.


Freund und ich schlemmten uns durch das Wochenende. Mein absoluter Lieblingsstand war mit Abstand der des Gewürzhändlers, wo es wirklich ALLES gab. Ich frischte hier meinen Vorrat an getrockneten Blüten, Pfeffer und raffinierten BBQ-Rubs auf, denn die Grillsaison startet ja wieder!

Immer einen Besuch wert ist auch der Dinnede-Stand. Dinnede ähneln den klassischen Flammkuchen, werden allerdings aus Vollkornbrotteigen gebacken, die, zum Zweck des Belegens, vor dem Backen ausgewalzt werden. Als Belag gibt es dann creme-fraiche, Käse, Speck, Zwiebeln und Kartoffeln in beliebiger Kombi. Sehr gut und sattmachend und für uns eine jährliche Tradition.

Am Sonntag war mein Eisenwert  leider etwas im Keller. Den Grund möchte ich jetzt hier nicht auswalzen, es hat etwas mit Pillenwechsel wegen meiner Migräne zu tun. Lange Rede, kurzer Sinn: Meine Migräne ist seit nem Monat ausgezogen, der rote Zug hat dafür mindestens 20 Wagons drangehängt und  ich bekam eine Ahnung davon, wie sich ein Vampir nach einer Hungerskur fühlen musste. So war mir also etwas nebelig und mir gelüstete nach Protein und Eisen, die Rettung strahlte mich an:

Fleisch. Spieße. Des. Himmels. Der Koch ein Profi! Statt das perfekt gewürzte Fleisch auf dem Grill verdorren zu lassen, wurden die Spieße lediglich kurz vorgebraten und dann bei Bedarf fertig gegart, was zwar etwas dauerte, aber dafür war das Ergebnis supersaftig!

Außen kross, innen saftig, ein Traum!
So wanderten ich und Freund also mit diesen enorm leckeren Spießen über den Markt, meine Lebensgeister kehrten zurück und ebenso meine gute Laune. Voll fokussiert auf meine Mahlzeit rannte ich fast in eine Bekannte, die ich nun länger nicht gesehen hatte.
Sie sah mich an und bemerkte, dass ich ganz gut abgenommen hätte, was ich bestätigte ( Für alle Neuleser: Der Grund ist weniger Eitelkeit als mein erster und hoffentlich letzter Bandscheibenvorfall im Oktober, dessen Wiederholung sich mit Sport und Abnahme effektiv vorbeugen lässt). Auf ihre Frage hin, wie viel noch runter solle, antwortete ich vorsichtig mit: " Noch ein bisl". Sie wies mich dann unverzüglich darauf hin, dass ich ja aufpassen solle, nicht in die Magersucht "zu rutschen" und nicht zu schnell abzunehmen, denn das ist ja schädlich.
Ähm.
Mal abgesehen davon, dass ich von NORMALgewicht noch ein gutes Stück entfernt bin, und Magersucht ein definiertes und schwerwiegendes Krankheitsbild ist, wo man nicht einfach: "reinrutscht", ist ja mittlerweile belegt, dass es dem Körper im Endeffekt egal ist, ob er schnell oder langsam abnimmt. Für mich ist eine schnelle Abnahme aufgrund der akuten Rückenproblematik besser und ich fühle mich gut.
Zumal sie ja garnicht weiß, wieviel und WAS ich esse.
Außer natürlich den gewaltigen Fleischspieß, den sie nun taxierte und meinte:
" Und pass auf wegen des Jojo, der kommt schnell, war bei mir auch so, grad wenn man so fettig isst"
Da wurde mir klar, was los war! Ein klassisches Beispiel von Krabbenkorb!

Wat für'n Korb?
Der Krabbenkorbeffekt malt das Bild eines Korbes voller  Krabben, welche beständig versuchen, aus dem Korb zu gelangen und zu diesem Zweck aneinander hochklettern. Nur gönnt keine Krabbe der anderen, höher im Korb zu sein, als sie selbst und zieht sie, sobald das der Fall ist, mit den Scheren wieder nach unten.

Die Bekannte war neidisch und freute sich nicht wirklich für mich, denn aus ihrer Sicht war ich höher im Korb aus dem sie wohl selber gelangen wollte (die Bekannte ist rank und schlank btw, aber das hat ja für das persönliche Empfinden wenig zu sagen). Daher dieser Magersucht-Kommentar.

Ich empfahl ihr mein Lieblingsbuch (Fettlogik überwinden) zum Thema, was mir ja tatsächlich sehr geholfen hat und immer noch hilft, verabschiedete mich freundlich und schlenderte mit FREUND weiter durch den Sonntag.

Wie war dein Wochenende so?
Poste es in den Kommentaren!

Wren
 

Kommentare:

  1. Ach ja, die Magersucht.
    Komisch, sobald man BMI 25 erreicht, kriegt man aber nie gesagt, dass man aufpassen soll, nicht in die Fettsucht zu rutschen ...

    Gewürzstände auf Mittelaltermärkten sind toll. Ich gehe ja schon lange nicht mehr hin (meine Gewandung ist mir eh zu groß geworden) aber ich lasse mir immer was mitbringen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, zumal auch keiner einem gesagt hat, man soll aufpassen nicht noch mopsiger zu werden, als man noch breiter war. Ich bin von der Kategorie "starkes Untergewicht" locker 30 kg entfernt, was so ne Warnung auch echt absurd macht.

      Hätteste mal was gesagt:), der hatte echt viel an Gewürzen. Und nen guten Whiskey- Honig-likör ab es dort auch:)

      lg
      Wren

      Löschen

Habe bitte etwas Geduld, bis dein Kommentar erscheint, ich moderiere selbst:)