Dienstag, 7. Februar 2017

Placebo-EXTREM

Ich huste ja.
seit letztem Dienstag.
Als Asthmatiker ist man da ja erstmal dezent beunruhigt, aber mit der Lunge ist alles top, kein Atemgeräusch beim Doc, Lungenvolumen ganz toll normal.
Grippaler Infekt: "Tun  Sie, was Ihnen hilft", typisches: ' Mit Medis dauert es 14 Tage, ohne Medis 2 Wochen-Ding'.
Und da ich mich kenne, dass ich solchen nervigen Erkrankungen mehr Aufmerksamkeit schenke, als Ihnen gebührt, setzte ich auf Placebo: Hustentee und Lutschtabletten mit pflanzlichen Wirkstoffen.

Placebo ist kein "Betrug"

Sondern tatsächlich wissenschaftlich erforscht und ein realer Effekt: Der Glauben, ob bewusst oder unbewusst, um eine Wirksamkeit kann tatsächlich helfen: man wird ruhiger, schont sich mehr, ist netter zu sich selbst, und lässt den Körper machen, der dann auch tatsächlich auf die Heilung fokussiert, statt sich zu stressen. Globuli und Co. beruhen auf diesem Prinzip (und der Tatsache, dass Heilpraktiker einfach mehr Zeit für ihre Patienten haben als Ärzte-> seelisches Wohlfühlen. Und Leute, das macht sie nicht "schlechter" als Schulmedizin. Man sollte halt nur wissen welches Mittel was kann und wann man es anwendet. Bei einer Leberruptur Globuli zu verabreichen, ist mindestens so unangemessen, wie Antibiotika bei einer Virusinfektion . Außer, es droht eine nachfolgende bakterielle Infektion, aber ich schweife ab...). Bei unkomplizierten  Infekten sind diese Mittelchen also auch bei mir Mittel der Wahl, ich fühle mich umsorgt und sicher und das schadet nie. 
Also schlürfe ich Eimerweise Tee und lutsche ganze Packungen von den Moos-Tabletten weg. Das Geschlabber feuchtet auch gut Gaumen und Hals an, hilft also tatsächlich. Nur nicht immer und auch nicht Nachts, da wache ich auf und huste, zwar ohne Luftnot und ich habe da auch irgendwie die Heizungsluft im Verdacht, aber es nervt.

Also ging ich Gestern zur Apotheke.

"Hallo, ich hätte gerne etwas gegen meinen Hustenreiz"

Apotheker: "Hätten sie gerne etwas pflanzliches?"
"Nein,  ich hätte gerne etwas mit Wirkstoff, Placebos nehme ich schon"
Also bekomme ich einen Hustenstiller mit und bin glücklich.

Zu Hause stelle ich die kleine Packung auf meinen Nachttisch, denn ich soll den bei Bedarf abends, vor dem Schlafen nehmen.

Nur: Gestern Abend war nichts mit Husten. Ich schlief durch, ohne Husten und ohne Hustenstiller. Heute Morgen bleibt nur noch ein leichtes Kratzen im Hals, kein Hustenreiz.

Was meinst du ? Korrelation oder nicht?

Das Geld ist jedenfalls weg *narf*

Wren

Kommentare:

  1. Haha, Du hast zu Homöopathie die selbe Einstellung wie ich. :D "Möchten Sie etwas Pflanzliches?" - "Oh, Moment, mein Einhorn parkt im Halteverbot, ich bin gleich zurück!"
    Die Waldnymphe sagt ja, dass das mit dem Placeboeffekt von Homöopathie durchaus seine Berechtigung hätte. Ich sage: Wer behauptet, zu heilen, sollte auch dazu stehen. Also - Homöopathen in Ebola-Ausbruchszentren. Kommen sie lebend wieder, glaube ich auch an die Wirksamkeit ihrer Zückerchen. :D
    Ansonsten gilt: https://www.ratioblog.de/entry/sieben-legenden-der-homoeopathie
    Oder das: http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2014/03/22/10-gruende-an-die-homoeopathie-zu-glauben-oder-es-sein-zu-lassen/
    Oder: https://evidentist.wordpress.com/2011/02/03/immun-gegen-homoeopathie/

    Und nicht zuletzt: Wenn Wasser ein Gedächtnis hat, warum erinnert es sich nicht an die letzte Reise durch die Kläranlage, aber an ein Molekül Gedöhns im Bodensee?

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    1. Ja das is halt das Ding, Homöopathie funktioniert, aber nicht wegen den Wirkstoffen. Dieselbe Wirkung haben nämlich auch Hühnersuppe, das Besprechen von Warzen oder Zwiebelsaft oder andere Hausmittel. Ein durch positive Emotionen oder Erinnerungen gestärkter Glaube kann viel, auch ganz real, bewirken. Statt das mal zu sehen und DAZU zu stehen wird auf Geheimwissen und leider allzuoft auf Hokuspokus gemacht, was schade ist, denn so gibt es viele Scharlartane.

      lg
      Wren



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  2. Homöopathische Medikamente wirken nicht "gegen irgendwas" oder "heilen", sondern stärken die Selbstheilungskräfte. Dabei ist es wurscht, ob man daran glaubt oder nicht. Wir behandeln seit Jahren unsere Tiere erfolgreich damit, auch bei Krankheiten, die Tierärzte für nicht kurierbar halten. Und nicht nur wir machen das.
    Der Heilerfolg resultiert definitiv nicht daraus, dass wir uns mit den kranken Tieren mehr beschäftigen. Im Gegenteil, die hassen das, wenn wir ihnen die Medikamente verabreichen.

    Allopathische Medikamente heilen auch keine Krankheiten, sondern kurieren Symptome. Sie gehen also nicht an die Ursachen der Krankheit, das kann nur der Körper selbst.

    Diese Grundlagen muss man wissen, um über die Wirksamkeit von homöopathischen oder allopathischen Medikamenten urteilen zu können, alles andere ist Polemik, Verschwörungstheorie oder folgt wirtschaftlichen Interessen.

    Wren, da hast du völlig Recht: die Wirksamkeit resultiert aus den Wirkstoffen nur, wenn sie auf den jeweiligen Organismus abgestimmt sind und und seine inneren Heilkräfte stimulieren.
    Als Wissenschaftlerin (in mehrfacher Hinsicht) bin ich auch Skeptikerin.

    Vergleiche mit dem Ebola-Virus sind Nonsens. Es gibt keine Medikamente, die gegen Viren wirken, sonst hätten wir Schnupfen, Krebs, Aids und anderen Dreck längst im Griff.

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    1. Liebe Michaela,
      Ich bin mal so frei und poste einen Teil meeiner Antwort aus der Mail:

      "Homöopathische Medikamente wirken nicht "gegen irgendwas" oder "heilen", sondern stärken die Selbstheilungskräfte."

      Hier gehe ich bei dir konform. Allerdings ist die Stärkung der Selbstheilungskräfte nichts mystisches, sondern resultiert durch die Ausschüttung von Hormonen und Botenstoffen, durch ein positives Gefühl. Ja das funktioniert auch bei Tieren. Warum, dazu später mehr.

      "Dabei ist es wurscht, ob man daran glaubt oder nicht. Wir behandeln seit Jahren unsere Tiere erfolgreich damit, auch bei Krankheiten, die Tierärzte für nicht kurierbar halten. Und nicht nur wir machen das. "

      Es ist wirklich wurscht, ob man daran glaubt oder nicht, sonst würde es nicht bei Tieren funktionieren, denn diese sind sehr sensibel. Forscher haben einer Gruppe von Menschen ein Placebo, der anderen ein echtes Homöopathiemittel gegeben um ihre Vierbeiner zu kurieren. .Die Herrchen und Frauchen dachten aber jeder, dass sie das "wirksame " Produkt hätten. Eine dritte Vergleichsgruppe erhielt garkeine Medikation. Es zeigte sich,dass ALLE "Medizin" Placebos und echtes Mittel, eine positive Wirkung zeigten, unabhängig davon ob es ein echtes Mittel war oder nicht, und zwar zeigten beide ziemlich genau dieselbe Wirkung. Die Wirkung des Mittels konnte also nicht vom Wirkstoff selber abhängen, sondern musste von etwas anderem bewirkt worden sein, denn Tiere wissen ja nicht wo ein Wirkstoff drin ist und wo nicht. In einem zweiten Experiement gab man allen Menschen den homöopathischen Wirkstoff, erzählte Ihnen aber, dass sie den Placebo erhalten hätten. Im Laufe dieses Experimentes verbesserte sich der Gesundheitszustand der Tier nicht, obwohl sie ja ein eigentlich wirksames Medikament erhalten sollten.

      Das Ergebnis der Forscher: Homöopathische Mittel wirken nicht mit einem Wirkstoff. Was sich überträgt auf die Tiere, ist die positive Erwartungshaltung der sie behandelnden Menschen. Dadurch werden sie ruhig, schütten Glückshormone aus, und der Körper kann effektiver gegen Krankheiten Arbeiten.

      Ich finde das ein sehr schönes Ergebnis, denn es zeigt, wie mächtig Liebe und Mitgefühl sein kann.

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    2. "Der Heilerfolg resultiert definitiv nicht daraus, dass wir uns mit den kranken Tieren mehr beschäftigen. Im Gegenteil, die hassen das, wenn wir ihnen die Medikamente verabreichen."

      Siehe oben. Es ist die Haltung der positiven Zuversicht, die sich auf das Tier überträgt.


      "Allopathische Medikamente heilen auch keine Krankheiten, sondern kurieren Symptome. Sie gehen also nicht an die Ursachen der Krankheit, das kann nur der Körper selbst."

      Was ist dann mit Antibiotika? Die killen doch direkt die Bakterien die einen Krank machen, also die Ursache. Oder mit Impfungen? Die verhindern sogar dass die Viren uns erst krankmachen können, indem sie das Immunsystem unterstützen und es trainieren.

      "Diese Grundlagen muss man wissen, um über die Wirksamkeit von homöopathischen oder allopathischen Medikamenten urteilen zu können, alles andere ist Polemik, Verschwörungstheorie oder folgt wirtschaftlichen Interessen."

      Leider nicht richtig. Die Studien dazu sind unabhängig und mehrfach bestätigt, was auch Aufgabe der Wissenschaft ist: Herauszufinden was funktioniert und warum. Das Abzusprechen ist magisches Denken und der Wunsch nach "Geheimwissen", was nachvollziehbar ist, aber halt falsch. Die Beweislage ist mittlerweile wirklich so eindeutig, dass man auch gleich die Evolutionstheorie anzweifeln könnte. Und das ist nicht böse gemeint, sondern ganz sachlich. Da ist kein Wirkstoff in homöopathischen Mitteln. ABER Homöopathie ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, was Zuwendung und eine positive Denkweise bewirken können. Nur dafür muss ich dann keine teuren Küelchen kaufen, sondern gebe dem wissenden empathischen Behandler(und DAS ist ach eine Fähigkeit!) lieber das Geld extra:).

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    3. "Wren, da hast du völlig Recht: die Wirksamkeit resultiert aus den Wirkstoffen nur, wenn sie auf den jeweiligen Organismus abgestimmt sind und und seine inneren Heilkräfte stimulieren."

      Das ist eine Korrelation die aus Beobachtungen resultiert, die falsch interpretiert wurden. Bitte verstehe das nicht falsch, ich halte Homöopathie für wichtig und wewrtvoll, aber ich finde es wird Zeit, dass dieser Magie-Blödsinn da mal wegkommt. Ihr braucht keine "wirksamen" Medikamente um euch zu beweisen, denn ihr habt etwas was der Schulmedizin fehlt: Empathie, Beobachtungsgabe, Feingefühl. Weniger Mystisch, aber nicht weniger wertvoll.

      "Als Wissenschaftlerin (in mehrfacher Hinsicht) bin ich auch Skeptikerin."

      Willkommen im Club. Auch als Wissenschaftler unterliegt man bisweilen Denkfehlern und falschen Annahmen, das ist Menschlich. Bei mir war es erst neulich der Hungerstoffwechsel. Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich den bisher nicht hinterfragt habe. Als Wissenschaftlerin weißt du ja auch wo du zwecks Studien gucken musst, schau dir die einfach mal selber an:).Ich bin auch nicht durch alle durchgekommen, es sind hunderte mit ähnlichen Ergebnissen.


      "Vergleiche mit dem Ebola-Virus sind Nonsens. Es gibt keine Medikamente, die gegen Viren wirken, sonst hätten wir Schnupfen, Krebs, Aids und anderen Dreck längst im Griff. ""

      Du hast Recht, der Vergleich hinkt gewaltig. Es gibt neuerdings antivirale Mittel, der Markt ist grad ganz neu, die wirken aber längst nicht so gut wie gedacht, weil Viren gerne ihre Hülle ändern . Krebs ist multifaktoral und Aids liegt mit seinem Retrovirus noch auf einer ganz anderen Ebene.

      NICHTSDESTOTROTZ gibt es doch tatsächlich Homöopathiker die sagen sie könnten Ebola heilen und genau deswegen poche ich auf eine Enmythifizierung dieser Diziplin. Ich meine solche Leute zerstören den seriösen Heilpraktikern doch das ganze Geschäft mit ihrem Bullshit. Wo weniger Glaube und mehr Fakten, da weniger Scharlartane. Und darauf kommt es mir an.

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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