Montag, 18. Januar 2016

Wenn einer eine REISE tut... (Tag 21)

Dann verschwindet man schoneinmal, um alle Eindrücke auf sich wirken zu lassen...

So war es auch bei mir die letzten Tage, denn ich war
-und bin- auf einer kulinarischen Reise durch Indien, allerdings von zu Hause aus und ohne jemals in Indien gewesen zu sein, was es nicht einfacher macht (und dazu geführt hat, dass ich GANZE Kardamomkapseln in die Soße geworfen habe, nur um mich zu wundern, warum da keine Würze bei rumkommt.... mehr dazu später...)
Du Erinnerst dich vielleicht , dass ich einen leichten Winterblues hatte, und darüber auf die indische Küche gestoßen bin weil diese mit so unglaublich vielen Gewürzen arbeitet. Das so entstandene  "Chicken Korma" (Korma bedeutet übrigens "Curry" wie ich jetzt weiß) hat mir zumindest gefühlt den Abend gerettet. Ich hatte vor Jahren schoneinmal eine "Indische Phase", die allerdings sehr kurz war, da ich damals noch nicht so viel Kocherfahrung hatte und an viele Zutaten nicht rankam- oder besser: zu faul war diese zu besorgen-. Und so wurde das ein kurzes Intermezzo: Die Soßen waren dünn und der Geschmack zu laff.
Jetzt sieht die Sache anders aus. Ich habe wesentlich mehr Erfahrung in verschiedensten Kochtechniken und die hiesige Küche beginnt, mich sachte zu langweilen. Beste Vorraussetzungen also. Mir war klar, ich wollte ein vernünftiges indisches Kochbuch, mit Originalrezepten, nichts "eingedeutschtes" Ich wollte was zum Ausprobieren und Experimentieren, was neues für Kopf und Gaumen. Nach langen Rezensionslesereien wurde es dann Dieses:


Ich muss sagen, ich bin nicht enttäuscht. Über 1000 Originalrezepte (Und zwar so Original dass ich mich beim Lesen Dinge frage wie: DAS soll schmecken? oder: Wo kriege ich Lammhirn her?) WENIGE aber ansprechende Bilder (Meiner Meinung nach ein Qualitätsmerkmal bei Kochbüchern) und nicht zu ausführliche Erklärungen, was allerdings auch bedeutet, dass dieses Buch nichts für Kochanfänger ist.
Am Anfang des Buches gibt es eine tolle Beschreibung der einzelnen Bezirke Indiens, die ich mir zu Einstimmung durchgelesen habe, und dann ging es ab: alle Gewürze kaufen, die noch nicht im gut sortiertem Schrank waren: Gelbe Senfsaat, Kardamomkapseln, Sesampaste und schwarzer Koriander.

  Und nun:ans Kochen! Habe ich schon erwähnt, dass 1. Kein Gericht wie das andere schmeckt? Obwohl viele ähnlich aussehen (Gelbe Färbung durch Safran oder Kurkuma?)  UND 2. Die Gerichte entweder schon LCHF sind oder leicht umwandelbar?

Ich bin begeistert! Freund und ich rocken uns jetzt durch die Indische Küche, vom Hahn zum (Lamm)Hirn und wollen die besten und ungewöhnlichsten Rezepte mit dir teilen, lieber Leser. 
Zur geschmacklichen Einordnung gibt es unter jedem Rezeptbild den Versuch einer Beschreibung, Veränderungen im Rezept sowie eine Meinungsäußerung von Freund und mir:). Außerdem Besonderes und Fehler beim Kochen auf dass du sie vermeiden mögest.

Viel Spaß beim Nachbauen! Bilder und Meinungen UNBEDINGT in die Kommentare.

Ich präsentiere das erste Gericht:


MURG REZALA -(Hühnchen in Rezala-Soße)
Schmackhaft! aber die Mischung aus einer leichten Bitternote sowie der samtigen Wärme des Kardamoms und der  leichten Schärfe der Chilipaste im Nachgang ist ungewohnt, nichts destotrotz sehr lecker und Wiederholenswert!

Wren: Krass! Bittersahnig und scharf im Nachgeschmack. Macht Süchtig.
FREUND: Ein völlig unbekannter Geschmack, bei jedem Bissen fragt sich mein Gehirn: WTF was ist das?


Ich habe für dieses Gericht frisches Entenbrustfilet statt Hühnchen genommen, da mich das aus dem Angebot so anschaute. Geflügel ist ja aber nun Geflügel und die Ente wurde  auch Butterzart. Für dieses Gericht braucht es  grüne Kardamomkapseln, mehr steht dazu nicht im Rezept. Nach 15 Minuten Köcheln der ganzen Kapseln wunderte ich mich, warum die Soße nicht den typischen Kardamomgeschmack annahm. Ein "Probelutschen" der Kapsel (nichts) sowie eine kurze Recherche im Internet brachte Klarheit: Man muss die aufknacken und NUR DIE KERNE reinstreuen ! AAAHHH!! Da wurde das auch mit dem Geschmack! Versuch macht klug, lieber Leser.
Ganz im Sinne von LCHF gab es gemischten Salat zum Curry. Nicht wirklich Indisch, aber zum Empfehlen.


Für 2 hungrige Mägen:

350g Entenbrust (in kleine mundegerechte Stücke geschnitten)

2EL  Kokosöl

300 g griechischen joghurt
2Tl Knoblauchpaste (3 Zehen mit etwas Wasser pürieren)
1EL Ingwerpaste  (Ein Daumengroßes Stück schälen und mit etwas Wasser pürieren)
1/2 TL Zimt
5 Kardamomkapseln (davon nur die Samen)

100ml Milch
0.25g Safranfäden.

1 Tl grüne Currypaste (Im Original grüne Chilischoten)

Salatmischung 

Zubereitung:

1. Milch aufwärmen. Safranfäde einrühren. Vom Herd nehmen und ziehen lassen.

2. Kokosöl auf mittlerer Hitze in einem Topf zergehen lassen. Entenbrust und alle Zutaten AUßER Safranmilch und Currypaste dazugeben. Gut verühren und abgedeckt 15 Minuten köcheln lassen.

3. Hitze hochstellen und so lange unter Rühren kochen bis die Soße sämig wird und das Fett sich an der Oberfläche abzusetzen beginnt. 

4. Mit Salz abschmecken und Safranmilch und Currypaste unterrühren.

5. Noch etwa 5 Minuten köcheln lassen, dann mit Salat servieren.

Lass dich vom Geschmack überraschen!

Wren




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