Sonntag, 21. Juni 2015

Warten auf den HUNGER


Dieser Post ist ein wenig tiefer, nicht so lockerfluffig und witzig wie sonst, nur zur Warnung;). Wer sowas also grad nicht mag oder möchte, nicht weiterlesen.





 
Also, bei LCHF , wenn man sich so ernährt, soll man ja nur essen wenn man wirklich HUNGER hat und so lange essen bis man "unhungrig" ist. Also nicht zum explodieren satt, sondern einfach nicht mehr hungrig.

Ich bin jetzt einmal ehrlich:

Mir fällt es sehr schwer, sowohl das eine als auch das andere zu definieren.
Ich könnte  theoretisch den ganzen Tag essen. Da habe ich kein Problem mit. Es schmeckt einfach so gut, und mir schmeckt auch noch fast ALLES gut.
Dazu kommt dass ich mich gerne mit Essen belohne. Ich habe schon immer gegessen , wenn es mir nicht gut ging, wenn ich mich unsicher und traurig gefühlt habe, oder einfach wenn mir langweilig war.
Aber auch nach großen Leistungen, um mich zu belohnen: Als Belohnung ein tolles, großes Steak, Stück Kuchen etc.
Das war schon immer so.


In den letzten Monaten habe ich gelernt dank LCHF , auch dank Reiki und der damit verbundenen Selbstreflektion, dieses Problem aktiv anzugehen. Die Gefühle auszuhalten, die hochkommen, wenn ich nicht direkt esse wenn ich ein Problem habe.

Klingt banal? ist es nicht, auf gar keinen Fall.
Und ich rede hier nicht vom ECHTEM Hunger und vom Genießen von guten Mahlzeiten.


Es beginnt ganz harmlos. Ein Gedanke wie:" Puh der Tag war anstregend, jetzt ein kleines irgendetwas, was nettes, was leckeres."

Früher kein Ding, ab zum Kühlschrank.
Heute nicht, heute ATME ich (danke Annika :))
Und dann sage ich "Nein, du hast genug gehabt".
Und dann, DANN kommt die Unruhe, die Trauer, die Leere, ein intensives Gefühl, etwas , das ich kaum aushalten kann.

Früher hab ich mir dann was reingezogen , Käse, Süßes, Brot, egal. Am besten noch vor dem TV.

Jetzt versuche ich zu atmen, Augen zu und zulassen, was da kommt. Ist ja auch ein Teil von mir.
Wenn ich das dann schaffe, geht es mir besser und ich habe meinen SEELISCHEN Hunger gestillt , mir selber zugehört.

ABER und dieses Aber ist groß, es gelingt mir noch längst nicht immer. Die Versuchung wieder in alte Muster zu gehen, seelischen Hunger mit Essen wegzuschieben, ist groß, sehr groß. Gerade jetzt wo ich an der Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt stehe, was viel Unsicherheit aufwirft.

Ihr lieben Freunde und Familie, die ihr das hier lest:
Wenn ihr mir helfen wollt, mir beistehen wollt, bitte nicht mit Essen, nicht mit (in liebevoller Absicht) angebotenen Leckereien.
Gebt mit Worte, Erlebnisse , kleine Glücksbringer vielleicht, motivierende Karten.
Ich plane, mir ein kleines Regal freizumachen, wo ich solche Dinge drauf platzieren kann und sie immer wieder betrachten und mich freuen kann, wenn mir nicht gut ist.
ECHTES Seelenfutter statt Essen als Substitut.

Ich danke euch, fühlt euch umärmelt und geknutscht!



 




Kommentare:

  1. Hi Wren ...
    oh ja genau so ist es , Sudda schreibt auch immer wieder darüber und Frau Yu und wir werden niemals aufhören uns darüber Gedanken machen zu müssen ...auch wenn es vllt eine geraume Zeit mal so aussieht als hätten wir diesen "Quälgeist" im Schach, buddelt er sich immer wieder mal an die Oberfläche ...
    Also immerdarauf gefaßt sein ...
    ...aber Angst macht er mir trotzdem,weil ich nicht weiß,ob ich ihn immer erkenne und besiegen kann ... : (((
    Liebe Grüße von Sabine

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    1. Liebe Sabine,

      Das schlimme ist, ich habe ewig gedacht: neee DAS Problem habe ich nicht, ICH esse einfach nur gerne ;) Das Problem sehe ich darin dass Essen als "Sucht" nicht so anerkannt wird, weil ja nunmal jeder isst und viele Menschen eher Gedankenlos essen, so generell.Aber wie mit jeder Sucht ist es wichtig, dass man das Suchtmittel (KH-reiche Sachen) nicht ständig angeboten bekommt.Denn da fällt es schwer immer nein zu sagen. Ich denke, dann ist es schaffbar, definitiv und man kann Essen den Stellenwert einräumen, den es verdient, nicht mehr und nicht weniger.

      Grad ist es ja wieder Sonntagabend. Ich bin satt, trotzdem möchte ich noch "etwas" , denn Morgen ist wieder Montag, früh aufstehen, Arbeiten, raus aus dem sicheren Nest, Konfrontation mit Ämtern und Menschen auf deren Fragen man noch keine definitive Antwort geben kann.

      Und da rufen die Heidelbeeren, die Käsestückchen aus dem Kühlschrank, der kühle Quark und die Mascarpone...
      Und mein Gehirn so:
      "Weil es ja morgen so stressig wird, kann ich mir ja heute noch was gönnen" Danger!

      Manche sagen: Mein Gott es sind ja NUR Heidelbeeren. Aber es geht nicht um das Lebensmittel, es geht um den Grund des Essens.
      Ich will das nicht mehr.



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  2. Oh ja Wren, der Sonntag macht mir auch immer zu schaffen ...!!!
    Mit genau diesen Gedanken ... Hilfe morgen der Montag,wie wird er nur werden und ja genau ,raus aus dem sicheren Nest ...das hast du schön umschrieben...
    Und der beste Satz ist :
    ICH WILL DAS NICHT MEHR ...
    Ich will nicht mehr mein Leben von diesen Gedanken bestimmen lassen ...
    Gehe jetzt schlafen und versuche diese Gedanken ruhen zu lassen ...
    Schlaf auch gut Wren ...und bis bald Sabine

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    1. Ich hiffe, du hattest bunte Träume:)
      Meine waren schön und erholsam.
      Wie gut das ist, sich mal was von der Seele zu reden:)

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  3. Hey Wren,
    schöner Post, geht unter die Haut. Ich denke die meisten von uns kennen das Gefühl das dich bewegt und ich wünsche dir von Herzen das deine Freunde und deine Familie dich super Unterstützt. Bin gespannt wo es dich nun final hin verschlagen wird ;)
    Liebe Grüße,
    Michael

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    1. Lieber Michael,

      Es hat mich auch was an Mut gekostet, diesen Post online zu stellen, eine Schwäche preiszugeben, grad in einer Zeit wo ich stark sein will und muss. Dass ich Dieses dann doch gemacht habe, hatte einen heilsamen Effekt, denn ich merke: "Schwächen" preiszugeben, macht nicht verletzlicher , sondern stärker.Die Resonanz auf diesen Post rührt mich, denn sie ist sehr viel positiver als ich dachte und konfrontiert mich somit mit meinem momentan nicht so guten Bild von mir selbst. Ich danke auch dir für deine lieben Worte:)

      Ja ich bin auch gespannt wo es für mich hingeht. Und zwischem der Trauer, der Anspannung und der großen Unsicherheit blitzt auch ein wenig Abenteuerlust hervor und eine gewaltige Neugierde auf das was kommt.
      Ich halte dich und alle anderen die es interessiert natürlich auf dem Laufenden:D

      Alles Liebe
      Die Wren

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  4. Hallo liebe Wren!
    Ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen... es gibt auch für mich kaum etwas Schöneres als gutes Essen. Besonders fies ist es, wenn der Kühlschrank/die Essensvorräte gleich daneben sind, da bleibe ich auch nicht standhaft. In die Arbeit nehme ich mir einfach nix mit, zuhause darf ich mich dann belohnen. Ich denke: Sei nicht so trengt zu dir, denn langsam abnehmen ist auf Dauer sicher gesünder. Und es macht ja schon einen Unterschied ob du dich mit einer Tafel Schokolade oder einer kleinen LC-Leckerei belohnst! Aber: Deine Idee mit dem Regal voll guter Gedanken sind eine wunderbare Idee. Danke, dass du sie mit uns teilst.
    Liebe Grüße
    Katharina

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    1. Mir geht es nicht darum Essen nicht mehr genießen zu dürfen, oder nicht mal bewusst etwas zu essen , das besonders lecker und liebevoll zubereitet ist. Was mich stört ist die Verknüpfung: Emotion->ab zum Kühlschrank und IRGENDWAS essen um das Gefühl aushalten zu können.
      Das hat natürlich Konsequenzen auf das Abnehmen, es geht mir hier aber nicht UM Abnehmen sondern darum, anders mit meinem Emotionen fertig zu werden^^ So dass ich Essen bewusst als solches genießen kann und nicht als Mittel zum Zweck (Beruhigung/Ablenkung) .

      Für mich ist es ehrlich gesagt kein Unterschied mit WAS ich mich belohne. Es geht um das Muster, des sich mit Essen belohnen müssen. Das hat eine krasse Power und ist so nicht in Ordnung für mich.

      Natürlich werde ich weiter tolle Dinge kochen und auch genießen, aber dann des Essens wegen und nicht weil ich grad traurig bin , mir langweilig ist oder ich Ablenkung suche;).

      Danke für deine lieben Worte!
      Wenn das Regal entsteht und wächst, teile ich das gerne hier im Blog

      Liebe Grüße
      Die Wren

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    2. Liebe Wren!
      Ich verstehe, was du meinst - aber trotzdem noch einmal: nicht zu streng sein. :)
      Ich denke, jede/r belohnt sich in emotional ergreifenden Zeiten mit irgendwas. Manche mit shoppen, andere mit essen, wieder andere mit einer sinnfreien Lieblingsbeschäftigung, z.B. Computer spielen oder fernsehen. So lange es nichts ist, was dir nachhaltig schadet (also ganz arges Essen oder Alkohol oder so) ist das etwas, was man mit genug Zen auch ins eigene Leben integrieren kann. Finde ich. Genau deshalb finde ich die Idee mit dem "Gedanken-Regal" so schön. Es ersetzt dieses Muster, das fast alle von uns brauchen, durch etwas Harmloseres als essen. Vielleicht könntest du auch jedes Mal, wenn du emotional angegriffen bist, eine Kuscheleinheit auf der Couch oder ein Vollbad nehmen? :)
      Viele liebe Grüße und viel Kraft
      Katharina

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    3. Ich sehe wir meinen Dasselbe: Ich will mich nicht kasteien, ich möchte bei Emotionen nur etwas tun, ewas mich wirklich glücklich macht. Wie halt das Gedanken-Regal:)So isses!
      Ich arbeite an meinen-Ersatz-Glücksbringern und werde darüber berichten^^

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