Montag, 18. Dezember 2017

17. Adventskalendertürchen: "Heute bleibt die Küche kalt!" und: Wie man aus der Not eine Burrata machte!

Das Thema im 17. Türchen war: "Heute bleibt die Küche kalt"
Es ist kalt geworden im italienischen Apulien.
 Sehr kalt.
Frau Marino steht auf der hölzernen Terrasse ihres Hofes, ihr Atem kondensiert in der Luft, wird zu kleinen, schneeweißen Wölkchen. Besorgt sucht sie  den Himmel ab, nach einem Zeichen von blau in der schweren, grauen Wolkendecke: Nichts.

Seit nun mehr als einer Woche hatte es nicht aufgehört zu schneien, die anfängliche Freude über die weiße Pracht war rasch Besorgnis gewichen. Ein wenig Schnee war gut, viel Schnee hingegen bedeutete Chaos: Unpassierbare Wege, Isolation.
Die Kühe im Stall waren unruhig, sie wollten gemolken werden.
Frau Marino seufzte, seit Tagen war der Transportwagen nicht bis zum abgelegenen Hof vorgedrungen, es stapelten sich die Milchtöpfe im Lager, bald wäre eine ganze Woche Milch verloren, bei vielen Töpfen hatte sich bereits der Rahm oben abgesetzt.
Der Italienerin war klar: Sie musste etwas tun. Nur, was?

Was den italienischen Milchbauern 1956 nahe der Stadt Andria, welche in diesem Jahr von einem harten Winter betroffen war, einfiel, war genial wie lecker: Sie füllten Mozzarella mit Sahne, um diese vor dem Verderb zu schützen. So entstand die allseits beliebte Burrata, eine Sonderform des Mozzarella: Dieser ist bei der Spezialität Burrata mit cremiger Sahne, vermischt mit übriggebliebenen Mozzarellastückchen, gefüllt.

Burrata heißt übersetzt soviel wie "gebuttert" und dementsprechend cremig schmeckt sie auch. Man isst Burrata gerne mit Tomatensalat zu warmen Baguette.

Für mein Gericht heute habe ich die italienische Spezialität mit heimischen Möhren und Äpfeln kombiniert, der italienischen Herkunft allerdings mit selbstgemachtem Basilikumpesto Rechnung getragen. Das Zitronendressing ist leicht, frisch, und die Säure verhindert das oxidieren der Zutaten, so dass der Salat seine Farbe behält. Eine tolle Vorspeise!



 Burrata auf Apfel-Möhren-Salat mit Basilikumpesto und Zitronendressing
 Zutaten für 4 Personen (Vorspeise)

1 Burrata
2Tl Basilikumpesto

6 Möhren, geschält, geraspelt
150g Rotkohl, frisch, geraspelt
1 Apfel, geraspelt

Saft einer halben Zitrone
1El Honig

Salz, Pfeffer

Zubereitung:

  1. Dressing mit Honig und Zitronensaft anrühren.
  2. Möhren, Rotkohl und Apfelraspeln vermengen, Dressing unterrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken
  3. Burrata vierteln, auf Salat anrichten
  4. Mit Basilikumpesto toppen.
Einen guten Appetit!


Wren


(Quellen: Burrata die Andria. Broschüre der Associazione Produttori Burrata di Andria. )


Sonntag, 17. Dezember 2017

16. Adventskalendertürchen: von Lammwurst-Smarties, Pasteten-Giotto und dem Scheitern.


So die Aufgabe des 16. Türchens. Klingt ersteinmal einfach. Ich dachte zunächst an herzhafte Pfannkuchen, Puddings oder Kuchen. Oder halt Dinge wie Lamm in Spekulatiuskruste oder so. Ähnliche Vorschläge kamen auch von Lesern.

Nur: All diese Dinge: Kuchen, Pfannkuchen, Puddings gibt es auch klassisch in herzhaft. Das wäre mir dann wie eine Beugung der Challenge vorgekommen, also fielen diese Optionen schoneinmal raus.

Es musste wirklich ein klassisch süßes Gericht sein. Total nicht meine Challenge heute, denn ich mag tendenziell nicht so sehr Süßes und dann noch aus einem süßen Gericht etwas Herzhaftes machen? Uff! Aber nunja, irgendwann musste es passieren.

Zuerst dachte ich daran, aus Lammwurststückchen so eine Art "herzhafte Smarties" zu machen, das scheiterte aber an der Glasur. Eine andere Idee waren "Pasteten-Giotto": Pastetenbällchen mit Kakaobutterglasur, in Nusscrunch gewälzt, wieder war die Glasur das Problem.

Ich entschied mich schließlich für Wackelpudding in herzhafter Doppelversion:


Was in süß Kirsche ist, ist hier rote-Bete-Saft und was Waldmeister ist, ist hier Spinat. Also quasi der Schrecken aller Grundschulkinder.
Spinat hat nicht so ganz funktioniert, da das Pulver nach unten abgesunken ist, und sich am Boden sammelte. Das Jelly selber wurde dann eher so Parkteichgrün. Nunja. Noch ein paar Kleckser Zitronencreme druff:

Schmeckt nicht.

Ich vermute, es liegt einfach daran, dass unser Gehirn etwas anderes, nämlich süß, erwartet. Das ist ja auch der Effekt bei blau gefärbtem Ketchup. Der wird nicht gemocht, obwohl er eigentlich gleich schmeckt. Oder in der einen Doku letztens, da hat ne Frau Vanillepudding mit neutraler Lebensmittelfarbe dunkel eingefärbt und ein Koch schmeckte in der eingefärbten Version tatsächlich einen Nusspudding raus. verrückt oder? Mal der beste Beweis, dass die Augen mitessen und unser Gehirn Muster liebt.

Ich denke, ich werde das Jelly mal zu herzhaften Gerichten dazutesten und schauen, wie es da ankommt.

Eure
Wren